21.–28. Februar 2009 – Urlaubstagebuch

Vom 21. bis 28.02. sind meine Zweibeiner mit mir in den Urlaub gefahren. Ich habe in der Zeit ein Urlaubstagebuch angelegt. Hier habe ich Euch aufgeschrieben, was ich so alles erlebt habe. Eine passende Fotogalerie habe ich bereitgstellt. Ich habe Euch den Text als PDF- und als gepackte ZIP-Datei zum herunterladen bereitgestellt.

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Samstag 21.02.09

  Ich tobe im Tiefschnee

Boah, das war heute alles richtig aufregend und ich bin total geschafft. Eigentlich gings ja gestern schon los, aber alles der Reihe nach.

Gestern war für Herrchen und mich erstmal ein ganz normaler Tag, nur, dass Frauchen zu Hause war. Sie hat Urlaub, hat sie gesagt. Komisch _stirnrunzel_ Wir zwei sind dann aber trotzdem ins Büro gefahren. Irgendwann am Nachmittag ist Frauchen dann ins Büro gekommen, wahrscheinlich um sicherzugehen, dass Herrchen pünktlich Schluss macht. Herrchen hat sich aber nicht beeinflussen lassen und seinen Computer erst ausgemacht, als alles erledigt war. Wir haben uns dann alle von Oma und Opa verabschiedet und sind nach Hause gefahren. Da ist Frauchen dann erst mal mit mir spazierengegangen. Herrchen hat in der Zeit seinen Koffer gepackt. Frauchen hat dann geholfen, die Sachen alle ins Auto zu laden, als wir wieder zurück waren. Die zwei haben so lange gebraucht und sind dauernd hin- und hergelaufen. Ich war ganz aufgeregt und wusste gar nicht, was los war und musste dauernd hinter den beiden her laufen, um zu kontrollieren, was sie gerade machen. Aber dann ging es endlich los!

Nach zwei Stunden sind wir dann bei Sam und seinem Rudel angekommen. Hier sollten wir Urlaub machen? Toll! Ich musste natürlich alle stürmich begrüßen. Sam fand das gar nicht gut, den hatte ich aus dem Schlaf hochgeschreckt. Dementsprechend schlecht gelaunt war er.

Heute morgen haben wir alle zusammen gefrühstückt und Sam hatte jetzt auch ausgeschlafen und war besser gelaunt. Frauchen ist mit mir nochmal spazierengegangen. Auf dem Rückweg haben wir Sam getroffen, der auch gerade auf seiner Gassi-Runde war. Wir zwei sind dann erst mal über die Felder getobt. Kaum wieder zu Hause haben meine Zweibeiner mich ins Auto geladen und wir sind weiter gefahren. Und ich hatte mich schon gefreut, dass wir hier Urlaub machen. War wohl nix. _wedel_

Wir sind wieder sehr lange unterwegs gewesen. Draußen wurde es immer weißer. Als wir einen Zwischenstop gemacht haben, lag an dem Parkplatz schon richtig viel Schnee. Nachdem ich mich kurz draußen umgesehen hatte und im Schnee gespielt hatte, sind wir weiter gefahren. Das hat auch wieder lange gedauert. Als wir dann ausgestiegen sind, haben Frauchen und Herrchen gesagt, wir wären jetzt angekommen. Sie sagten, dass sie extra für mich das Hotel Falkenau ausgesucht hätten, das sehr hundefreundlich ist. Toll.

Das ist aber auch richtig toll hier, ich bin jetzt noch ganz aufgeregt. Hier liegt soviel Schnee, soviel habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen. Als wir dann unseren ersten Spaziergang gemacht haben, bin ich in dem tiefen Schnee bis über dem Bauch darin versunken. Das ist aber mächtig anstregend, da wieder rauszukommen. Da das so anstrengend war, haben wir dann auf unserem Zimmer eine Pause gemacht. Nachdem ich mein Abendessen hatte, sind Herrchen und Frauchen zum Abendessen in den Speiseraum gegangen. Mich haben sie hier gelassen. _grrrr_ Herrchen ist mich nach kurzer Zeit aber doch holen gekommen. Ich hatte das schon gehofft und hinter der Tür auf ihn gewartet. Im Speiseraum waren ganz viele andere Hunde und es gab ganz viele Begrüßungen. Das war richtig aufregend. Den Hausherren hab ich auch kennengelernt. Das ist Bärchen, ein ganz großer, freundlicher Berner-Sennen-Hund. Der ist fast doppelt so groß als ich und vor dem hab ich richtig Respekt. Aber er war ganz lieb zu mir und wir haben uns auf Anhieb gut verstanden.

Nachdem wir nochmal einen Spaziergang gemacht hatten, sind wir alle richtig müde gewesen und ins Bett gegangen.

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Sonntag 22.02.09

  Immer muss ich auf meine Zweibeiner warten

Eigentlich bin ich ja viel zu müde, um noch irgend etwas anderes zu tun als zu schlafen. Ich bin hundemüde. _wedel_ Aber Herrchen und Frauchen haben gesagt, dass ich erst noch meinen Tagebucheintrag diktieren muss. Frauchen schreibt meine Texte dann nach meinem Diktat auf und Herrchen stellt sie dann auf meine Webseite. Sonst mache ich das zwar selber, aber heute bin ich einfach zu müde.

Aber eins nach dem anderen. Heute Morgen ging es mir viel besser als gestern. Ich hatte gut und lange geschlafen. Ich war einfach wieder fit. Nach dem Frühstück bin ich mit Frauchen voller Tatendrang auf Entdeckungstour durch Frauenau gegangen. Am besten finde ich hier die Schneeberge am Straßenrand. Da konnte ich mich richtig fallen lassen. Plumps und wieder hoch, plumps und wieder hoch usw. Hihi, das macht Spaß, sage ich Euch. Die Zweibeiner sagen, dass sie so viel Schnee gar nicht wollen. Die schieben den einfach an die Seite und machen große Berge draus. Ich kann davon gar nicht genug bekommen. Ob ich den Schnee mit nach Hause nehmen kann, wenigstens so ein ganz kleines bisschen? Ich werde mal Herrchen und Frauchen fragen, wie wir das schaffen. Vielleicht können wir einen Anhänger oder, besser noch, einen Lkw mieten.

Mittags ging es nach Zwiesel. Das fand ich nicht so schön. Frauchen hat mich nicht von der Leine gelassen. Sie meinte, dass da zu viele Autos fahren und dass das für mich zu gefährlich ist. Ich fand das mit der Leine aber doof. Es gab so viel zu schnüffeln und zu untersuchen. Die Zweibeiner laufen einfach so an den Schneehaufen vorbei und verpassen das beste. Schließlich hinterließen hier schon einige meiner Kollegen interessante Nachrichten. Und die muss ich ja lesen und auch darauf antworten. Ich bin ja schließlich ein wohl erzogener, höflicher Hund. :-))) Aber das verstehen diese Zweibeiner nicht, das kann ich noch hundertmal erklären. Ich hör immer nur: »weiter«, »Fuß«, »Komm«, »zieh nicht so« usw. Das nervt, sage ich Euch. Das ist ja wie zu Hause, nicht wie Urlaub! Ich war froh, als es wieder nach Hause ging.

Meine Zweibeiner hatten heute aber immer noch nicht genug von ihren Wanderungen. Doch ich will mich nicht beschweren. Der dritte Ausflug heute war wirklich super. Wir sind einen Wanderweg eingebogen, den wir gestern schon entdeckt hatten. Ein kleiner Trampelpfad führte von der Straße direkt in den Wald, mit vielen hohen Bäumen. Der Pfad war so schmal, dass die Zweibeiner nur hintereinander laufen konnten. Links und rechts von diesem Pfad war der Schnee so tief, dass ich fast komplett drin versunken bin. Wenn ich Herrchen oder Frauchen überholen wollte, blieb mir nichts anderes übrig, als mit drei, vier gekonnten Sprüngen durch den Schnee zu pflügen. Wenn ich aber zu schnell war, blieb mir nichts anderes übrig, als auf die beiden zu warten. Dann habe ich sie nur vorwurfsvoll angeschaut und mich gefragt, warum die beiden so langsam sind. Die sind doch viel größer und haben viel längere Beine. Immer muss ich auf die warten. Aber egal, ich habe mir den Spaß nicht verderben lassen und bin weiter durch den Schnee gesprungen. Endlich konnte ich mal wieder richtig laufen und toben und springen. Ich bin jetzt noch ganz begeistert, obwohl ich schon lange wieder zu Hause im Hotel bin und auf meinem Bettchen liege.

Zum Abendbrot war ich froh, dass niemand etwas von mir wollte und ich ganz still unterm Tisch liegen konnte. Selbst die nette Chefin von unserem Hotel war ganz irritiert, dass ich so ruhig war. Ich habe dann aber noch ein paar Streicheleinheiten von ihr bekommen. Wenn sie meinen heutigen Tagebucheintrag liest, wird sie mich schon verstehen. Das war heute einfach nur anstrengend. Ob mich meine beiden Zweibeiner kaputt spielen wollen? Da haben sie sich aber verrechnet. Ich lasse mich nicht kleinkriegen. Morgen früh bin ich wieder fit. _wedel_

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Montag 23.02.09

  Wo gehts denn hier hin?

Seit Stunden fallen weiße Flocken vom Himmel. Heute Morgen waren sie noch klein und glichen mehr dicken Regentropfen. Aber nun sind sie weiß und dick und sie werden immer mehr.

Ich finde das alles toll. Es sieht aus wie im Märchenland. Alle Häuser und Bäume tragen dicke weiße Hauben, und an den Straßenrändern türmen sich hohe Schneeberge auf.

Nur die Zweibeiner finden den schönen Schnee irgendwie nicht gut. Ständig reden sie so ein komisches Zeug wie: So viel Schnee in so kurzer Zeit würden sie gar nicht kennen. Und sie kämen mit dem Schneeschieben gar nicht hinterher. Wenn sie fertig sind, müssten sie vorne wieder anfangen. Langsam solle es Frühling werden. Warum die nur meckern. Erst wollen sie einen richtigen Winter. Und wenn er dann mal kommt, ist es auch wieder nicht richtig. Das ist wohl einfach nur Zweibeiner-Logik, die wir Vierbeiner nicht verstehen.

Mein Herrchen und mein Frauchen sind wegen des Schnees richtig ins Schwitzen gekommen. _blinzel_ Das Auto musste nämlich freigeschaufelt werden. Es bewegte sich nicht mehr vorwärts und nicht mehr rückwärts. Also mussten die beiden mit einem Schneeschieber und einer Eishacke den Schnee und das Eis hinterm dem Auto wegschieben. Ich konnte mir das alles aus meiner Hundebox im Auto anschauen. Ich hatte einen superguten Überblick und konnte meine beiden Zweibeiner endlich mal arbeiten sehen. Herrchen hat gemeint, er hätte sich auf einer Eisplatte festgefahren, aber das würde ich wahrscheinlich auch sagen. _wedel_

Ich hatte heute eigentlich gar keine Lust, viel zu laufen. Irgendwie bin ich wohl gestern zu viel durch den tiefen Schnee gesprungen. Ich glaube, ich habe ein wenig Muskelkater. Zum Glück hatten sie sich für heute einen Weg ausgesucht, der nicht so steil und vor allem nicht so tief verschneit war. Vorbei an einem Gutsgasthof ging es auf gut geräumten Wegen zu einer Talsperre. Was eine Talsperre ist, weiß ich allerdings immer noch nicht. Als wir dort ankamen, konnten wir nämlich nicht viel sehen. Alles war zugeschneit und die Luft recht diesig. Unterwegs sind wir ganz lieben Zweibeinern begegnet. Die haben mich ganz doll gestreichelt. Und, euch kann es ja sagen, sie fanden mich schön. Ich hätte ein schönes Köpferl. Da bin ich doch gleich ein paar Zentimeter gewachsen.

Heute abend gab es noch einen weiteren Höhepunkt: ein Autorennen unter Flutlicht. Weil Herrchen und ein anderer Gast heute nachmittag nicht den Berg hochgekommen sind, hatten sie die Autos an der Straße abgestellt. Damit die Schneefräse aber morgen gut durchkommt, sollten die Autos nach Möglichkeit von der Straße und rauf auf den Parkplatz. Die Chefs des Hotels bereiteten die Strecke mit den Schneefräsen vor. Bärchen war auch da, hat die sich ganze Sache angeschaut und die Endabnahme durchgeführt. Er hat gemeint, wenn er da hoch kommt, ist die Strecke in Ordnung.

Wer erreicht also den Parkplatz oben auf dem Berg? Zwei Autos traten an, mein Herrchen war auch dabei. Er startete als zweiter. Das erste Auto schaffte es leider nicht nach oben. Nun zitterte ich mit meinem Herrchen. Ich weiß, dass er supergut fahren kann. Heute nachmittag hatte die Generalprobe aber leider nicht geklappt. Ob nun er den Berg bezwingen kann? Er hatte die Strecke ausgiebig inspiziert. Er stieg ein, gab Gas und fuhr los. Und tatsächlich schaffte er es. Der Berg war bezwungen. Das Auto stand oben auf dem Parkplatz. Ich war mächtig stolz auf ihn. _wedel_ Zur Belohnung durfte er dann noch mit mir und Frauchen einen Nachtspaziergang machen.

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Dienstag 24.02.09

  Jetzt muss ich auf noch mehr Zweibeiner aufpassen

Heute haben wir Carmen und Olaf in Bodenmais besucht. Die kenne ich schon aus Krefeld. Olaf versucht mir immer Sachen beizubringen, womit ich mein Herrchen ärgern kann und Carmen krault und streichelt mich immer ganz viel, wenn sie Zeit hat. Seit ein paar Jahren machen die zwei jedes Jahr zur Karnevalszeit dort Urlaub. Da es nur ein paar Kilometer von meinem Hotel aus dorthin sind, mussten wir sie unbedingt besuchen. Die beiden haben sich auch ganz doll gefreut, als sie uns gesehen haben. Vor allem natürlich über mich, ich konnte mir von den beiden einige Streicheleinheiten abholen. _wedel_ Als wir dort ankamen, begrüßte mich auch eine kleine schwarze Zwergschnauzerdame. Ihr Frauchen vermietet die Wohnung, in der meine beiden Freunde ihren Urlaub verbringen. Ich wollte mit dem schwarzen Wuschel spielen, doch dann bellte und knurrte sie mich an. Ich hatte sie wohl etwas zu stark bedrängt. Na ja, tut mir leid, das war einfach mein jugendlicher Übermut. Ältere Hundedamen reagieren halt sensibel auf zu stürmische Begrüßungen. Das hatte ich vor lauter Freude nicht bedacht. Sie heißt übrigens Hexe und hat ihren Namen wohl nicht ganz umsonst.

Um Bodenmais herum gibt es viele Wanderwege, Skiloipen und Rodelhänge. Die beiden fahren sonst gern auf ihren Langlaufski. Da ich das noch nicht kann, wurde auf mich Rücksicht genommen. Nach einem kurzen Weg entlang einer Straße sind wir deshalb in einen Wanderweg eingebogen. Der war gut von dem vielen Schnee geräumt, der in den letzten Tagen gefallen ist. Nach ein paar Schritten hat mich Frauchen von der Leine gelassen. Das war toll. Da konnte ich schon einmal voranlaufen und den Weg erkunden. Das war auch bitter nötig. Unter dem Schnee war es an einigen Stellen eisig glatt. Und es kam, wie es kommen musste. Nacheinander rutschten meine vier Zweibeiner aus und saßen auf dem eisigen Weg. Als mein Herrchen auch ausrutschte, bin ich sofort zu ihm gerannt und habe ihn gesund geschleckt. Er ist ja schließlich mein Lieblings-Herrchen. Ich habe allerdings auch nur eins. Deshalb musste ich mich schnell um ihn kümmern. Frauchen war schließlich mal wieder viel zu weit weg. _wedel_

Links und rechts entlang des Wegs waren die Schneeberge so hoch, dass ich nicht drüberschauen konnte. Da musste ich doch ab und zu mal nachschauen, was es denn da sonst noch so alles gibt. Also bin ich rein in den tiefen Schnee und schon war ich so tief versunken, dass nur noch mein Schwanz oben rausguckte. Das war mir dann doch aber entschieden zu anstrengend dort zu laufen, so dass ich freiwillig auf den Weg zurück bin. Meist musste ich aber sowieso auf die Zweibeiner warten. Die vier schwatzten munter darauf los, als ob sie sich seit Wochen nicht mehr gesehen hätten. Und so kamen sie auch nicht voran. _grummel_

Nach Bodenmais zurückgekehrt, stutzte ich. Da liefen auf einmal Zweibeiner in knall-bunten Sachen rum, die ich bisher noch nie gesehen hatte. Einige von ihnen sangen zu allem Übel auch noch. Meinem guten Gehör entgeht ja nun mal überhaupt nichts, aber die schrägen Töne konnte ich nur sehr schwer aushalten. Am liebsten hätte ich ja mitgejault. Aber ich glaube, das hätte den Zweibeinern nicht gefallen. Ich kann den Text der Lieder nämlich noch nicht mitsingen. Frauchen sagte mir dann, das die hier in Bayern nicht Karneval feiern, sondern Fasching und dass der Rosenmontag hier Faschingsdienstag heißt. Hm ... ganz verstanden hab ich das allerdings nicht ... _stirnrunzel_

Irgendwann haben sich meine vier Zweibeiner entschieden, Kaffee trinken zu gehen. Ich habe mich im Café einfach in eine Ecke gelegt und die vier machen lassen. Ich musste mich erst einmal entspannen. Das war nämlich wieder eine aufregende Entdeckungstour gewesen. Und man weiß ja nie, was sich mein Herrchen und mein Frauchen als nächstes einfallen lassen. Dafür muss ich ja schließlich wieder fit sein. Und so war es dann auch. Nach einer längeren Pause, haben wir noch einen Rundgang durch die Stadt gemacht. Olaf hat ein GPS-Gerät mitlaufen lassen und so weiß ich, dass wir insgesamt genau 8,8 km gelaufen sind. Herrchen hat mir dann zwar erklärt, was ein GPS-Dingsbums ist, aber das hab ich wieder vergessen. Ich weiß aber auch so, dass wir viel gelaufen sind. Und das alles bergauf und bergab.

Nachdem wir dann wieder an unserem Auto waren, haben wir uns verabschiedet und sind nach Hause ins Hotel gefahren. Wir wurden dort auch schon von Bärchen erwartet, der im Eingang gelegen hatte. Nach einer kurzen Begrüßung sind wir aber auf unser Zimmer und da hab ich dann erst mal wieder eine Runde geschlafen. Die Ruhepause hatte ich dann aber auch dringend nötig. Mal sehen, was sich meine Zweibeiner noch so alles einfallen lassen.

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Mittwoch 25.02.09

  Wie, ich hab Schnee auf der Nase? Wie kommt der dahin?

Mein Herrchen und mein Frauchen hatten heute ihren »Glas-Tag«, mit anderen Worten: Sie wollten einkaufen gehen. Ich finde an dem Zeug ja nun gar nichts, es sei denn, in einer Glas-Schüssel liegt Fressen für mich. _wedel_

Vormittags waren sie im Glas-Dorf Arnbruck. Das ist ein großes Gelände mit einem Park und mehreren Verkaufsläden. Ich musste im Auto bleiben. Meine Zweibeiner hatten wohl Angst, dass der Einkauf zu teuer werden könnte. _wedel_ Hm, was meinen die damit? Na ja, so habe ich mich ausgeruht, damit ich fit für den Rest des Tages bin. Nachdem die beiden mit leeren Händen von ihrem Bummel wiederkamen, haben sie sich nämlich überlegt, zum Großen Arber zu fahren. Das ist der höchste Berg hier. Ich hatte erst Sorge, dass ich auf meinen vier Pfoten bis ganz nach oben laufen muss. Meine Zweibeiner lieben es neuerdings nämlich, auf Berge raufzuklettern. Und das wären immerhin mehrere Kilometer nur bergauf gewesen. Aber ich kenne ja mein Herrchen und mein Frauchen. So viel Kondition haben die zwei nun auch wieder nicht. So folgte ich der Diskussion ganz gelassen. _wedel_

An der Talstation der Lifte herrschte ein riesiges Gewimmel! So viele Zweibeiner mit ein oder zwei Brettern an den Füßen habe ich noch nie gesehen. Herrchen hat mir dann erklärt, dass das Skifahrer sind und sie erst auf den Berg mit Sesselliften rauffuhren, um dann auf den Brettern wieder runter zu fahren. Zweibeiner sind schon seltsam. _wunder_ Sie rauschten also von mehreren Skipisten runter und ließen sich dann wieder nach oben ziehen. Ich konnte gar nicht so schnell gucken, um alles zu erfassen. Herrchen war es dann doch zu viel Trubel. Abseits des Gewimmels sind wir in einen Waldweg eingebogen. Und der war echt toll: viel Schnee und wenige Wanderer unterwegs. Ich durfte nun wieder ohne Leine laufen und habe das ausgiebig genutzt. Jiiiippiiiee – rein in den Tiefschnee und wieder raus, rein und wieder raus ... Das macht Spaß, ist aber mächtig anstrengend. Frauchen meinte schon, ich könnte als Schneepflug hier anfangen. Aber ich glaube, die Bayern schaffen das auch ohne mich. Die haben ja schließlich auch ohne mich blitzschnell den vielen Schnee der letzten Tage von den Straßen geräumt. Irgendwann hab ich dann aber doch keine Lust mehr gehabt und mich hingesetzt. Herrchen und Frauchen hatten dann ein Einsehen und wir haben den Rückweg angetreten.

Heute nachmittag gab es noch ein kleines Fotoshooting mit Bärchen und mir. Da Bärchen ein ganz lieber Kerl ist, wollte ich von ihm ein paar besonders schöne Erinnerungsfotos auf meiner Webseite haben. Er war auch sofort einverstanden, dabei mitzumachen. Also haben wir zwei uns nebeneinander hingesetzt. Mein Herrchen hat dann sein Knipsedings genommen und uns dirigiert. Na ja, es war ein wenig schwierig, uns beide genau im richtigen Moment zu treffen. Aber schaut selbst, wie ihm das gelungen ist.

Herrchen und Frauchen wollten dann mit mir noch einmal nach Frauenau laufen. Als ob ich nicht schon genug rumgerannt bin. _grummel_ Aber ich sagte ja schon, die beiden hatten heute ihren »Glas-Tag«. Vor einem dieser Läden wartete ich mit Herrchen draußen, während Frauchen reinging. Die Verkäuferin meinte aber, dass ich ruhig auch reinkommen soll. Sie hätte auch einen Hund, und das wäre alles kein Problem. Ich war auch ganz lieb im Laden und habe mich brav auf Kommando hingelegt. Herrchen und Frauchen hatten auch schnell etwas Passendes gefunden. Zufrieden mit dem Einkauf und stolz auf ihren tollen Hund _wedel_ sind sie aus dem Laden wieder raus. Wenn die beiden zu Hause erzählen, dass sie mit mir in einem Glas-Laden gewesen sind, wird ihnen das keiner glauben. _wedel_

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Donnerstag 26.02.09

  Warte, ich habs gleich gefunden

Ich glaube, die Menschen in Frauenau wollen, dass ich länger bleibe. Warum sonst schneit es seit heute Morgen fast ununterbrochen? Ich gebe ja zu, dass ich gern im Schnee tobe. Für meine Zweibeiner hätte es aber auch gern etwas mehr Sonne sein dürfen. Wobei ich ja sagen muss, dass die zwei echt super drauf sind. Sie stapfen mit mir durch den tiefsten Schnee, den sie finden können. Und das stundenlang. Heute Morgen sind wir wieder einen tiefverschneiten Waldweg eingebogen. Ich glaube, der ist während der wenigen Tage hier noch schmaler geworden, als er sowieso schon war. Ich habe ja zum Glück Vierbein-Antrieb. Da bleibt man nicht stecken, selbst in diesem Schnee nicht. Nur um Herrchen und Frauchen hatte ich mir etwas Sorgen gemacht. Der Zweibein-Antrieb ist technisch einfach überholt. Aber die zwei weigern sich standhaft, auf Vierbein-Antrieb umzustellen. Wenn sie nicht auf mich hören wollen, müssen sie halt sehen, wie sie klarkommen und im Schnee versinken. Selbst schuld, wenn sie nicht auf ihren technisch souveränen Vierbeiner hören wollen. _grummel_

Mein Frauchen hat sich heute nachmittag »weitergebildet« und ein Buch über uns Hunde gelesen. In dem Buch erzählt ein schwarzer Labrador aus seinem Leben und die Kunst, ein Mensch zu sein. Enzo, so heißt der Labrador, gibt sich nämlich wirklich Mühe, die Menschen zu verstehen. Er hat es nicht leicht mit seinen Zweibeinern. Eine Stelle in dem Buch gefiel mir besonders gut. Enzo hat an einem Tag mit den wilden Plüschtieren des Mädchens kämpfen müssen. Vor allem das Zebra wehrte sich. Es hatte aber keine Chance gegen Enzo. Am Ende lag es in vielen kleinen Teilen verstreut im Zimmer. Ich war echt stolz auf meinen Labrador-Verwandten. So mutig und stark will ich auch mal sein, wenn ich groß bin. _wedel_ Eins muss mir Frauchen aber noch erklären. Ich habe nämlich nicht verstanden, warum das Herrchen Enzo nicht gelobt, sondern ganz doll mit ihm geschimpft hat. Enzo hat ihn doch nur vor den wilden Tieren beschützen wollen. _grübel_

Frauchen fielen beim Lesen irgendwann die Augen zu, so dass sie ein Mittagschläfchen halten musste. Ich habe da einfach mal mitgemacht. Das Toben durch den Schnee war auch für mich durchtrainiertes Kerlchen anstrengend. _schnarch_

Am Nachmittag musste ich mit Herrchen und Frauchen mal wieder durch Frauenau laufen. Hab ich Euch schon gesagt, dass ich es nicht mag, an der Leine durch die Stadt zu laufen? Immer muss ich lieb sein, darf nicht einfach so meiner guten Schnüffelnase folgen. Irgendwann habe ich dann gemerkt, was die zwei wirklich vorhaben: Kaffee trinken und Kuchen essen. Hätte ich mir auch gleich denken können, dass da noch etwas anderes dahinter stecken muss. Als die beiden fertig waren, hatte es langsam mit Schneien aufgehört, so das wir alle zusammen noch ein wenig spazieren gegangen sind und den Ort angeschaut haben.

Nach dem Abendessen sind meine Zweibeiner noch eine große Runde mit mir gelaufen. Als wir zurückkamen, haben wir Bärchen getroffen. Wir zwei haben uns dann noch ein wenig unterhalten und über unsere Zweibeiner gelästert und sind dann beide ins Bett gegangen.

Heute war eigentlich ein nicht ganz so spannender Tag. Herrchen und Frauchen waren ein bisschen faul. Dafür haben Sie gesagt, dass sie sich morgen noch mal mit Carmen und Olaf treffen wollten, wenn das Wetter mitspielt. Das ist toll! Da bekomme ich bestimmt wieder jede Menge Streicheleinheiten.

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Freitag 27.02.09

  Herrchen muss noch sein Auto freifegen

Heute waren wir wieder Carmen und Olaf besuchen. Bevor es aber losgehen konnte, musste mein Herrchen erst mal sein Auto freifegen. Über Nacht hat es nämlich wieder so viel geschneit, dass fast nichts mehr vom Auto zu sehen war. Überall lag eine dicke Schicht Schnee drauf. Selbst das Nummernschild war nicht mehr zu sehen. Zum Glück gab es sonst keine Probleme beim Losfahren.

Carmen und Olaf hatten sich für uns wieder eine tolle Strecke zum Wandern ausgesucht. Am Anfang ging es allerdings nur bergauf. Der Weg nach oben war fast genauso schmal wie der von gestern, nur viel, viel steiler. Meine Zweibeiner haben vielleicht geschnauft. _zwinker_ Die sind richtig außer Puste geraten. Ich habe dabei immer kontrolliert, ob mein Rudel vollständig war. Also bin ich immer um die vier drumherum gejagt. Das war vielleicht anstrengend, weil ich die vier immer im Tiefschnee überholen musste. Ich werde hier wirklich noch zum Schneehund. – Hm, gibt es eigentlich Schneeschuhe für Hunde? Muss ich mal im Internet recherchieren. – Als Schneepflug eigne ich mich ja schon. _wedel_

Olaf hatte wieder sein GPS-Dingsbums mit und den gelaufenen Weg aufgezeichnet. Ich kann Euch also sagen, dass ich mit den vieren insgesamt 9,3 Kilometer gelaufen bin und insgesamt ca. 200 Höhenmeter überwunden habe. Und das alles in 4,5 Stunden (einschließlich der ausgiebigen Kaffeepause). Dabei könnt Ihr die zurückgelegten Kilometer für mich locker verdoppeln und mit einem hohen Schwierigkeitsfaktor wegen des tiefen Schnees multiplizieren. Nicht schlecht, oder? Bei dem Training kann ich mich bald für einen Marathon für Hunde bewerben. Ich bin mir sicher, dass es so etwas auch für Hunde gibt. _zwinker_

Meine Zweibeiner mussten sich anschließend erst einmal von der Tour erholen. Also sind sie wieder mal in einem Café eingekehrt. Ich konnte mich unterm Tisch auch erst einmal ausruhen. Also habe ich meine beiden Kaustangen aufgefuttert, mich anschließend auf die Seite gelegt und die Augen zugemacht. Die vier schnatterten ja wie immer munter drauf los und wiegten mich so in den Schlaf. _schnarch_

Die Rückfahrt aus Bodenmais begann wieder mal mit Schneeschaufeln. _wedel_ Mein Herrchen kriegte mal wieder sein Auto nicht vom Hof. Er war sauer und brummelte etwas von ADAC, guter Testbericht, wenig gefahren, gutes Profil, blödes Schwedenauto usw. in seinen Möchtegernbart ... Ich hab das aber nicht alles verstanden. Es geht eben doch nix über Vierbeinantrieb! So mussten erst einmal alle vier mit Schneeschieber und Eiskratzer ran, um dem Auto wieder seinen Weg freizumachen. Ich habe mir das alles entspannt aus meiner Box angeschaut. Meinen Zweibeinern bei der Arbeit zuzusehen, macht echt Spaß. So lange ich nicht auch noch was tun muss ... _grins_

Als wir aber dann endlich fahren konnten, musste Frauchen unbedingt noch mal in einen Glas-Laden und was kaufen. Ich weiß nur nicht, was sie damit alles will. Futter kann mir doch in jedem Gefäß vorgesetzt werden. Hauptsache, es ist genug und es schmeckt. _grins_

Heute abend habe ich noch einmal Bärchen getroffen. Der mag genau so gern spielen wie ich. Er traut sich nur nicht. Er hat mir erzählt, dass er als ausgebildeter Hotelhund einen seriösen und vor allem souveränen Eindruck machen muss. Da darf man nicht mit jedem Gasthund einfach so rumspielen. Ich finde das unlogisch. Als Hotelhund kann man doch souverän sein und trotzdem spielen. Allerdings sollte man den Gast auch mal gewinnen lassen, sonst ärgert sich der Gasthund, ist frustriert und kommt vielleicht nicht mehr wieder. _zwinker_ Aber ich bin ja hartnäckig, das kann mir nicht passieren.

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Samstag 28.02.09

  Wie, nach Hause? Ich will noch nicht nach Hause

Irgendwie war heute morgen alles anders als sonst. Meine Zweibeiner liefen nach ihrem Frühstück ganz hektisch im Zimmer herum und packten alle Sachen wieder in ihre Koffer, die sie vor ein paar Tagen gerade erst ausgepackt hatten. Sie sagten mir, dass wir heute wieder nach Hause fahren würden. Das fand ich doof, aber meine Proteste halfen nix. Ich musste in meine Box im Auto springen und los ging es nach Krefeld. _grummel_

Dabei hatte ich doch gerade Bärchen ganz doll lieb gewonnen. Ich habe ihm aber versprochen, dass ich bald wiederkomme. _Balu-Ehrenwort_ Vielleicht im Sommer, damit ich Frauenau und seine Umgebung mal im Grünen erleben kann. Bärchens Frauchen erzählte mir nämlich, dass es hier auch im Sommer ganz toll ist: viele Blumen, kühle Bäche in den Wäldern, schöne Wanderwege. Und der Hotelgarten ist ganz ideal für Bärchen und mich. _wedel_ Von dem Garten hatte ich diesmal nicht viel, da er unter tiefem Schnee lag. Wobei ich den Schnee richtig super fand. Den darf es ruhig öfter geben.

So ging es also los. Voller Frust nagte ich an einem Kauknochen. Das einzige, was mich tröstete, war das Versprechen von Herrchen, dass wir heute noch Sam, meinen schwarzen Labrador-Freund, besuchen sollten. Also legte ich mich auf mein Bettchen und träumte von hohen Schneebergen, langen Spaziergängen, Bärchen und den anderen Hunden im Hotel.

Nach fast 4,5 Stunden Fahrt trafen wir dann bei Sam ein. Endlich. Wir zwei haben uns stürmisch begrüßt und sind erst mal durch den Garten gejagt. Sam war eigentlich müde. Er hatte nämlich heute Mittag schon bei den Rettungshunden trainiert. Ich habe ihm von meinem tollen Uralub erzählt und davon, dass es in Frauenau auch eine Rettungshundestaffel gibt, mit der man auch als Urlauber-Hund gemeinsam üben könne. Das fand er sehr spannend. Er würde nämlich auch gern eine Ausbildung zum Lawinenrettungshund machen. Na ja, er kann sich ja mal überlegen, ob er im nächsten Winter nach Frauenau fährt. Vielleicht mit mir zusammen? Das wäre supertoll.

Nach der Pause ging es dann weiter nach Hause. Das war dann zum Glück nicht mehr so weit. Und nun sitze ich hier an meinem letzten Tagebucheintrag und denke voller Wehmut an die schöne Zeit, die ich sehr genossen habe. Und ich hoffe, dass mein Herrchen und mein Frauchen bald entscheiden, wann es wieder ins Hotel Falkenau geht. Ich werde die zwei ordentlich nerven und sie jeden Tag daran erinnern, dass sie noch ihren nächsten Besuch buchen müssen.

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