Ellenbogengelenkdysplasie (ED)

Ellenbogengelenkdysplasie, oft abgekürzt »Ellenbogendysplasie« oder einfach nur »ED« heißt, nichts anderes als »Fehlentwicklung des Ellenbogengelenks«. Leider sind wir Labis und noch ein paar andere Rassen davon betroffen. Insbesondere deshalb, weil wir eine genetische Disposition besitzen. Ich bin ja nur ein einfacher Hund und die Ausdrücke der Zweibeiner weiß ich auch nur von meinem Herrchen oder aus dem Internet. Ich werde jetzt mal versuchen, das zu erklären, ohne dass man dazu Zwei- oder Vierbeinermedizin studiert hat.

Vorkommen und Ursachen

Also, fangen wir vorne an. Genetische Disposition ist nur ein umständlicherer Ausdruck für »Erbliche Veranlagung«. Insbesondere wir große und schnellwachsenden Hunderassen und davon nochmal wir Rüden besonders – da wir in der Regel größer und schwerer werden als die Mädchen – sind davon betroffen. Die ED beginnt in der Regel mit ca. vier bis acht Monaten, also im Junghundealter. Hauptursache ist eindeutig unsere genetische Veranlagung, so dass unsere Ellenbogengelenke eine Inkongruenz (ungenaue Passform) haben. Durch die ungenaue Passform werden unsere Gelenke schnell überstrapaziert und schneller abgenutzt, was dann zur Arthrose (Gelenkdeformation), oft verbunden mit einer schmerzhaften Arthritis (chronische Entzündung), führt. Gefördert wird eine Erkrankung unter anderem durch zu frühes Überbelasten der Gelenke im Junghundealter oder auch durch zu energiereiches Futter, durch dass wir Hunde zu schnell wachsen.

Symptome und Diagnose

Die ersten Anzeichen einer möglichen Erkrankung ist eine Lahmheit unserer Vordergliedmaßen, insbesondere nach Ruhephasen. Ist die Erkrankung weiter fortgeschritten, schmerzt das Gelenk und teilweise können Knirschgeräusche ausgelöst werden.

Zweifelsfrei diagnostiziert werden kann ED allerdings nur durch eine Röntgenuntersuchung beim Tierarzt. Auch wenn es eine erbliche Veranlagung ist, existiert bis dato noch kein Gentest, da mensch immer noch nicht weiß, welche Gene dafür verantwortlich sind.

Einstufung

Nach der International Elbow working Group wird die ED je nach Ausmaß der Erkrankung in drei Schweregrade eingeteilt. Hierbei wird lediglich der Schweregrad der Arthrose über das Ausmaß der Knochenzubildungen (Osteophyten) beurteilt:

ED 0 Normal keine Knochenzubildungen oder Sklerose (Verhärtung von Organen oder Gewebe)
ED I Milde Arthrose Knochenzubildungen kleiner als 2 mm oder Sklerose der Gelenkfläche (Incisura trochlearis) der Elle
ED II Moderate Arthrose Knochenzubildungen zwischen 2 und 5 mm groß
ED III Schwere Arthrose Knochenzubildungen größer als 5 mm

Mein eigenes Ergebnis ist zum Glück ED 0. Herrchen hat mich also nicht umsonst so lange Zeit die Treppe rauf- und runtergetragen. _wedel_

Maßnahmen und Therapie

Da ED zur Zeit unheilbar ist, kann Hund bestenfall etwas tun, um eine beginnende Arthrose zu verzögern. So sollten losgelöste Skelett- und Knorpelteile chirurgisch entfernt werden. Anschließend ist für Hund eine längere Ruhepause von zwei bis vier Wochen (Leinenzwang, Boxenruhe) angesagt. Unterstüzen kann hierbei auch eine schmerz- und entzündungshemmende Therapie. Die Operation hat allerdings den vorbeugenden Zweck der Schadensbegrenzung.

Da die Veranlagung zur ED vererbt wird, benutzen verantwortungsbewusste Züchter auch nur ED-freie Hunde mit einem ED-freien Stammbaum, um die Möglichkeit einer Weitergabe möglichst klein zu halten.

Bei diagnostizierter ED können unsere Zweibeiner eigentlich nur noch darauf achten, dass sie uns nicht überbelasten. So sollten wir dann nur noch als Begleithund eingesetzt werden und auch Spitzensport treiben. Einige Tierärzte vertreten auch die Auffassung, dass ein Hund in seiner Wachstumsphase im ersten Jahr gar nicht zu wenig bewegt werden kann. Frei nach dem Motto »die Knochen gehen vor«. Was aber eindeutig nicht heißt, dass Hund gar nicht bewegt werden soll, sondern nur eben angemessen.

Weitere Informationen mit vielen erklärenden Bildern findet Ihr in einschlägiger Fachliteratur oder im Internet, wie zum Beispiel unter Wikipedia.

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