Hüftgelenkdysplasie (HD)

Hüftgelenkdysplasie, oft abgekürzt »Hüftdysplasie« oder einfach nur »HD«, ist die Bezeichnung für eine angeborene oder erworbene Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Genauso wie bei der ED sind insbesondere großwüchsige Rassen, also auch wir Labis, davon betroffen. Auch hier besitzen wir eine erbliche Vorbelastung. Ich bin ja nur ein einfacher Hund und die Ausdrücke der Zweibeiner weiß ich auch nur von meinem Herrchen, oder aus dem Internet. Ich werde jetzt mal versuchen, das zu erklären, ohne dass man dazu Zwei- oder Vierbeinermedizin studiert hat.

Vorkommen und Ursachen

Genauso wie bei der ED haben wir Labis eine genetische Veranlagung zur Hüftgelenkdysplasie. Allerdings sind bei der HD sämtliche Hunderassen aber auch Hauskatzen betroffen. Eine HD kann sich in verschiedenen Alterstufen ausbilden. Bildet sie sich bei Junghunden von einem halben bis zu einem Jahr aus, liegt es meistens daran, dass der Oberschenkelkopf (Femurkopf) nicht genau in die Hüftgelenkspfanne (Acetabulum) passt und dadurch zu viel Spiel hat.

Stellt Euch das ungefähr so vor: Der Oberschenkelkopf, also der Teil, der im Hüftgelenk gelagert ist, ist annähernd kugelförmig. Damit er sich gut, leicht und sicher bewegen kann, sollte das Gegenstück, die Hüftgelenkspfanne, genau die gleiche Rundung haben wie der Oberschenkelkopf. Wäre diese zu klein, würde der Kopf in der Pfanne feststecken und sich nicht bewegen lassen – ich weiß auch nicht, ob es das überhaupt gibt. Ist die Pfanne zu groß, hat der Kopf zu viel Spiel. Er kann zwar leicht bewegt werden, allerdings hat er auch keinen Halt und bewegt sich zu viel in der Pfanne. Durch die zu große Beweglichkeit werden Nerven am Rand der Pfanne gereizt, was dann zu großen Schmerzen führen kann. Bei älteren Tieren können diese Schmerzen auch durch eine fortschreitende Arthrose (Gelenk­deformation) infolge von Abnutzung auftreten.

Werden wir von unseren Zweibeinern falsch ernährt oder gehalten, kann das Auftreten der HD be­günstigt werden.

Symptome und Diagnostik

Der Beginn einer HD äußert sich in der Regel durch Schmerzen bei Spaziergängen und generell bei Bewegung. Hund möchte deshalb nicht mehr weit laufen, ruht sich öfter aus, schreit beim Spielen ab und zu auf und zeigt einen instabilen Gang.

Diagnostiziert werden kann die HD durch Palpation (Untersuchung des Körpers durch Betasten) und natürlich durch Röntgen. Eine Lahmheit der Hintergliedmaßen kann durch Belastungstests oft rasch einer Erkrankung des Hüftgelenks zugeordnet werden. Um eine Aussage des Schweregrades der Erkrankung zu machen, reicht allerdings einfaches Betasten nicht aus. Hier müssen dann weitere Tests gemacht werden. Sehr häufig wird dabei der Ortolani-Test verwendet. Was das ist, und wie er durchgeführt wird, solltet Ihr lieber Euren Tierarzt fragen oder einschlägige Literatur zu Rate ziehen. Der Test sollte aber immer von einem Tierarzt gemacht werden.

Mit einer Röntgenuntersuchung kann mensch zuverlässig HD diagnostizieren und bei einer Erkrankung auch gleich den Schweregrad festlegen. Die Röntgenuntersuchung wird in der Regel in einer Kurznarkose gemacht, da die Gelenke für die Aufnahmen überstreckt werden müssen. Es ist so schon nicht angenehm, sag ich Euch, wenn Ihr aber HD habt, tuts richtig weh ... Die Röntgenaufnahmen werden dann vermessen und anhand der gemessenen Winkel zwischen Oberschenkelkopf und Pfannen­rand (Norberg-Winkel) erfolgt dann die Einstufung in den Schweregrad. Es gibt zwar noch weitere Kriterien, allerdings ist der Norberg-Winkel das wichtigste.

Einstufung

Normalerweise erfolgt die Einstufung in fünf Schweregrade von A bis E. Bei uns Labis ist es aber so, dass die Schweregrade A–D nochmals unterteilt werden in A1, A2, B1 ... D2.

A HD-Frei In jeder Hinsicht unauffällige Gelenke, Norberg-Winkel 105° oder mehr. Manchmal noch A1, wenn der Pfannenrand den Oberschenkelknochen noch weiter umgreift.
B HD-Verdacht Schenkelkopf oder Pfannendach sind leicht ungleichmäßig und der Norberg-Winkel beträgt 105° (oder mehr),
oder
Norberg-Winkel kleiner als 105°, aber gleichförmiger Schenkelkopf und Pfannendach.
C Leichte HD Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne sind ungleichmäßig, Norberg-Winkel 100° oder kleiner. Eventuell leichte arthrotische Veränderungen.
D Mittlere HD Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne sind deutlich ungleichmäßig mit Teilverrenkungen. Norberg-Winkel größer 90°. Es kommt zu arthrotischen Veränderungen und/oder Veränderungen des Pfannenrandes.
E Schwere HD Auffällige Veränderungen an den Hüftgelenken (beispielsweise Teilverrenkungen), Norberg-Winkel unter 90°, der Pfannenrand ist deutlich abgeflacht. Es kommt zu verschiedenen arthrotischen Veränderungen.

Mein eigenes Ergebnis ist zum Glück A2/B1. Damit sind die Chancen also ganz gut, dass ich, wenn überhaupt, erst im Alter durch Arthrose Probleme mit der Hüfte bekomme. Frauchen und Herrchen waren nach dem Ergebnis auch sehr beruhigt. _wedel_

Maßnahmen und Therapie

Ebenso wie die ED ist auch HD nicht heilbar, hund kann nur die Symptome bekämpfen, versuchen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern und zu versuchen, die Schmerzen zu lindern.

Um vorzubeugen, dass eine HD auftritt, sollte hund grundsätzlich nicht überbelastet werden. Ins­besondere Bewegungsabläufe, die arg auf die Gelenke gehen, wie Treppensteigen, auf harten Unterböden laufen und springen usw., sollten vermieden werden.

Da die Veranlagung zur HD vererbt wird, darf bei den meisten Zuchtverbänden nur mit Tieren ge­züchtet werden, die einen bestimmten Schweregrad nicht überschreiten. Es kann aber selbst bei HD-freien Elterntieren nicht ausgeschlossen werden, dass die Nachkommen an HD erkranken.

Eine Behandlung der Symptome und Schmerzlinderung umfasst mehrere Möglichkeiten, die ja nach Schweregrad mehr oder weniger wirksam sind. So kann bei Schmerzen einen medikamentöse Therapie mit schmerzstillenden Mitteln helfen, es können die schmerzleitenden Nervenfasern unter­bunden werden. Es gibt auch noch einige weitere Möglichkeiten, auf die ich allerdings nicht weiter eingehen möchte, da hier im Ernstfall der Tierarzt besser beraten kann, welche Behand­lungs­möglichkeit die beste ist.

Literatur

Weitere Informationen mit vielen erklärenden Bildern findet Ihr in einschlägiger Fachliteratur oder im Internet, wie zum Beispiel unter Wikipedia.

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