Anmerkungen von meinem Herrchen

Unser Balu ist mit seinen inzwischen 14 Monaten (Stand Januar 2009) ein sehr lebhafter, freundlicher Hund, der, wenn es nach ihm ginge, die »ganze Welt umarmen« könnte. Er geht offen auf alles und jeden zu und möchte jeden »begrüßen«. Dabei ist er noch sehr stürmisch, was nicht bei jedem, verständlicherweise, gut ankommt. Ist die Kennenlernphase aber erst einmal vorbei, ist er ein sehr friedlicher Zeitgenosse, der (in Anbetracht seines Alters) gut aufs Wort hört und den wir auch überall, ohne Bedenken, mitnehmen können. Geht das mal nicht, kann er auch mal ohne Probleme längere Zeit alleine zu Hause bleiben, ohne dass wir ihn einschließen oder Türen schließen müssen. Auto fährt er gerne und es ist auch Möglich ihn, zum Beispiel zum Einkaufen, eine Zeitlang alleine im Auto zu lassen.

Wie alle Labradore ist er kein Stubenhocker, sondern ein aktiver Hund. Er benötigt Bewegung und mehr noch geistige Beschäftigung. Er ist ein sehr intelligenter Hund, der auch im Teeniealter schon Problemlösungen selbstständig beherrscht, ohne dass wir sie ihm gezeigt haben.
Obwohl unser Balu keine Kinder gewöhnt ist, kommt er mit ihnen sehr gut klar und lässt sich auch von fremden Kindern knuddeln. Hatte er als Welpe noch sichtbar Stress (Gähnen, Züngeln), ist das aber inzwischen kein Problem mehr. Er ist dabei sehr ruhig und lässt sich fast alles gefallen. Dennoch ordnet er Kinder als Seinesgleichen ein, was aber nur natürlich ist, da Hunde Menschenkinder in der Regel bestenfalls nur als ranggleich wahrnehmen.
Balu ist ein sehr wesensfester Hund, der sich, wenn er sich einmal ausgetobt hat (wie gesagt, er ist noch ein Teenie), nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt. Silvester konnten wir uns mit ihm sogar kurze Zeit auf die Straße (natürlich an der Leine!) trauen. Am Anfang war er auch sehr neugierig, als dann aber unsere Nachbarn mit Silvesterböllern anfingen, zeigte er erste Anzeichen von Unwohlsein und Unruhe, worauf er natürlich sofort wieder ins Haus und mit Frauchen schmusen durfte. Auch wenn er ein eigentlich nervenstarker Hund ist, ist diese unnatürliche Knallerei für ihn, wie für jedes andere Tier, absoluter Stress. Dass er freiwillig mit auf die Straße ging, ja sogar mit raus wollte, zeigt, dass dieser Hund sehr neugierig ist.

Einen, laut Wesenstest, wesensfesten Hund zu haben, ist grundsätzlich positiv. Wir sind von unserem Hund inzwischen vielleicht sogar noch begeisterter, als wir es am Anfang schon waren. Aber es hat auch einige Nachteile. Ich sage dazu immer, dass er weder Tod noch Teufel kennt, da wir etwas wie echte Angst bei ihm noch nie kennen gelernt haben. Dafür ist er viel zu neugieríg. So benötigt er durchaus (zur Zeit wenigstens noch) eine strenge Hand, um ihn zu führen. Er vergisst oft, was er tun soll, vor lauter Begeisterung etwas Neues kennen zu lernen. Ist er dann allerdings einmal auf ein Sache konzentriert, lässt er sich dann so schnell nicht mehr ablenken.
In der »unkonzentrierten Phase« lenkt er seine Aufmerksamkeit auf alles und jeden und ist auch sehr leicht ablenkbar, was das Training mit ihm nicht immer einfach macht. Das hat beim Training im Hundeverein schon das eine oder andere Mal für großen Frust gesorgt. Ist er jedoch einmal konzentriert, steht er auch wesentlich älteren Hunden in nichts nach. Balu ist ein Hund, der wirklich alles mitbekommt, und man muss sich selber immer wieder kontrollieren. Genau das fällt uns Menschen (insbesondere uns ungeübten) schwerer als den Hunden! Auf der anderen Seite lernt er auch sehr schnell. So muss man ihm manche Sachen nur ein- oder zweimal zeigen, bis er begriffen hat und, wie gesagt, die selbstständige Problemlösung beherrscht er schon länger.

Abschließend sei noch zu sagen, dass wir jeden, der sich einen Labi zulegt, nur beglückwünschen können. Es ist ein wirklich hervorragender Hund, der ein ganz toller Gefährte sein wird, wenn er denn genug Beschäftigung bekommt. Aus eigener Erfahrung würden wir allerdings, auch wenn es im Geldbeutel weh tut, immer zu einem Labi von einem Züchter raten. Aber wie der Labi Sam von meiner Nichte zeigt, gibt es auch bei den »Stammbaumlosen« ganz tolle Hunde.
Sicherlich bin ich in meiner Beurteilung sehr voreingenommen, es gibt auch noch sehr viele andere, ganz tolle Hunde. Das sehen wir jede Woche im Hundeverein beim Training. Jeder dort ist zu Recht ganz stolz auf seinen Hund. Das ist aber wohl jeder, der seinen Hund liebt.
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Die sechs Retrieverrassen
Ausführliche Rassebeschreibung
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